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Bayerische Versorgungskammer verbrennt Geld
von Mike Lehmann + AI 13. August 2026
Lehrstück zu geschlossenen Fonds: Deutsche Finance Group meldet Insolvenz für einen ihrer Fonds an. 1.187 Anleger droht der Totalverlust. Auch die Bayerische Versorgungskammer betroffen. Die Bafin hat bereits einen Sonderbeauftragten entsandt.
Bürogebäude in der Sonne
von Mike Lehmann 16. Juli 2026
Offene Immobilienfonds in der Krise: Neue Abwertungswellen, ausgesetzte Rücknahmen und Schließungen bringen Anleger unter Druck. 3 Mrd. EUR in 6 Monaten, die Verkaufswelle rollt. Erfahren Sie in der Analyse, welche Fonds betroffen sind, welche Kündigungsfristen gelten und welche Maßnahmen Hoffnung versprechen sollen.
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von Mike Lehmann 14. Juli 2026
Warum die Tech-Riesen reich aussehen, während ihr Konto schrumpft Wer dieser Tage die Wirtschaftsnachrichten liest, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Die US-Tech-Giganten wie Amazon, Microsoft und Google vermelden Rekordgewinne. Die Börse feiert, und das Zauberwort heißt überall: Künstliche Intelligenz (KI). Doch wer hinter die glänzenden Fassaden blickt, entdeckt ein seltsames Phänomen: Die Firmen sehen auf dem Papier zwar steinreich aus, aber in ihren Kassen herrscht ein gewaltiger Sog nach unten. Wie kann das sein? Um das zu verstehen, muss man sich die Welt der Tech-Giganten wie einen Handwerksbetrieb vorstellen. Das Geheimnis der Abschreibung: Der 100-Milliarden-Trick Stellen Sie sich vor, ein Bäcker kauft für 10.000 EUR einen neuen Hightech-Ofen. Das Geld ist in diesem Moment weg – sein Bankkonto ist um 10.000 EUR geschrumpft. In der Buchhaltung funktioniert das aber anders: Der Bäcker sagt sich: „Der Ofen hält zehn Jahre.“ Also zieht er in seiner Gewinnrechnung jedes Jahr nur 1.000 EUR als Kosten ab. Wenn er in diesem Jahr 5.000 EUR verdient, rechnet er: 5.000 EUR Einnahmen minus 1.000 EUR für den Ofen macht 4.000 EUR Gewinn. Das Problem: Auf dem Papier hat er 4.000 EUR Gewinn gemacht, aber sein Bankkonto ist trotzdem leer, weil er ja die vollen 10.000 EUR für den Ofen sofort bezahlen musste. Genau das passiert gerade bei Amazon, Microsoft und Google im riesigen Stil. Sie geben dieses Jahr über 600 Milliarden Dollar für Rechenzentren und Chips aus. In ihren Erfolgsberichten tauchen diese Summen aber nur als kleine Häppchen (Abschreibungen) auf, verteilt über viele Jahre. Das lässt die Gewinne riesig erscheinen, während das echte Bargeld – der sogenannte Free Cashflow – in dramatischem Tempo abfließt. Bei Amazon und Oracle ist das Konto derzeit sogar im Minus. Sie müssen neue Schulden aufnehmen, um den Betrieb zu finanzieren, obwohl sie „Rekordgewinne“ vermelden. Die „Gutschrift“ in der Bilanz: Ein Wert, der gefährlich werden kann Nun könnte man sagen: „Aber sie haben doch jetzt die tollen Rechenzentren! Die sind doch was wert!“ Das stimmt. In der Bilanz tauchen diese Gebäude und Chips als Vermögen auf – wie eine Art Gutschrift. Doch hier lauert eine Gefahr: Ein Rechenzentrum ist nur so viel wert wie das Geld, das es später einmal verdient. Sind Privatpersonen bereit, monatlich einen Betrag für einen KI-Agenten zu bezahlen? Heute ist es einfach, weil die meisten Sachen kostenlos oder sehr erschwinglich sind. Einen zusätzlichen festen Betrag zu ihren ganzen anderen Abos für Streaming, Musik und TV? Bleibt nur die Wirtschaft. Bloomberg prognostiziert 2,3 Billionen US-Dollar (2.300 Milliarden USD) weltweit im Jahr 2032 Einnahmen durch KI. Auf US-Firmen sollen ca. 1 Billion entfallen. Da sich besonders in den USA diese Blase bildet und die Bewertungen der Tech-Firmen unaufhörlich steigen, ein Blick in die USA. Was verdienen US-Unternehmen über alle Branchen hinweg? Wie hoch ist insgesamt der Gewinn? Das ist die wichtigste Kennzahl für unsere Frage, denn Firmen müssen das Geld erst erwirtschaften. Gesamtgewinn aller US-Firmen: Die summierten Gewinne aller US-Unternehmen (nach Steuern) belaufen sich aktuell auf historisch sehr hohe ~3,95 Billionen Dollar pro Jahr. Das Verhältnis: Wenn die Wirtschaft im Jahr 2032 rund 1 Billion Dollar für KI-Dienste in den USA ausgeben soll, müssten alle Unternehmen fast ein Viertel ihrer heutigen Gesamtgewinne in KI-Budgets umschichten. Das ist wahrscheinlich nur zu leisten, wenn man Personalkosten spart. Dies wiederum erzeugt Druck im Staatshaushalt und würde notgedrungen die Steuern und Abgaben der Unternehmen erhöhen und es dem privaten Konsumenten erschweren, teure Abos einzugehen. Eine gewisse Skepsis bleibt bei dem Gedanken zurück. Wenn die Welt in fünf Jahren vielleicht gar nicht so viel KI benötigt, oder wenn es dann viel bessere, billigere Chips gibt, werden die heutigen Hunderte-Milliarden-Investitionen plötzlich wertlos. Wir stehen am Anfang einer unvorstellbaren Revolution. Gallium-Nitrid-(GaN-)Chips statt Silizium, photonische Chips (Licht statt Strom) und nicht zuletzt Quantencomputer. Die Hardwaretechnologie entwickelt sich rasant. KI programmiert sich selbst und entwickelt sich selbst. Ein Trend am Horizont steht da schon deutlich sichtbar. On-Premise-AI/Local-AI oder – wenn sie auf Endgeräten läuft – Edge AI (Edge-KI) . Der unbemerkt lauernde Milliarden-Crash: Momentan fließt fast das gesamte Investment-Kapital der Tech-Giganten in gigantische Hyperscaler-Rechenzentren. Doch genau hier droht ein massiver Wendepunkt. Durch hocheffiziente Open-Weight-Modelle und bahnbrechende neue Hardware vollzieht sich in Unternehmen ein radikaler Paradigmenwechsel – der Wechsel von sündhaft teuren Cloud-Gebühren (OPEX) zu einmaligen Hardware-Investitionen vor Ort (CAPEX). Dieses System nennt sich On-Premise-AI oder Local-AI. Sobald Unternehmen merken, dass sie maßgeschneiderte, vortrainierte KI-Modelle komplett lokal und ohne laufende Token- oder API-Gebühren auf eigenen Servern betreiben können, bricht das Geschäftsmodell der Cloud-Anbieter weg. Die Folge: Die astronomischen Investitionen in die globale Cloud-Infrastruktur geraten schlagartig ins Stocken – und hinterlassen eine der teuersten Investitionsruinen der Technologiegeschichte.
von Mike Lehmann 9. Juli 2026
Ich bin nun wahrlich kein Fußballfan und kann mir für meine Freizeit Spannenderes vorstellen. Bei den News rund um die Fußball-WM und eine Rote Karte, die politisch neutralisiert wurde, sowie von derselben Institution eine Gelbe Karte gegen den französischen Nationalspieler Michael Olise, die nie eine war, aber gelten soll – das kam mir bekannt vor. Ein Präsident greift zum Telefon. Am anderen Ende: der mächtigste Mann im Weltfußball. Ein paar Stunden später ist eine Rote Karte plötzlich keine Rote Karte mehr – und ein ganzes Turnier fragt sich, wer hier eigentlich noch die Regeln macht. Und wer glaubt, das sei nur eine Randnotiz für Sportseiten, verpasst die eigentliche Geschichte: Dieselben Mechanismen, die gerade den Fußball erschüttern, bestimmen längst auch unsere Politik und sogar, wie sicher – oder eben unsicher – Ihr Geld angelegt ist. Ein Anruf, der den Fußball erschütterte US-Präsident Donald Trump hat öffentlich bestätigt, FIFA-Chef Gianni Infantino persönlich angerufen zu haben, um die Rote Karte gegen US-Stürmer Folarin Balogun noch einmal „prüfen“ zu lassen. Kurz danach hob die FIFA die automatische Ein-Spiel-Sperre über einen selten genutzten Passus ihres Disziplinarreglements auf – und ermöglichte Balogun so den Einsatz im Achtelfinale gegen Belgien. Infantino betont, die Entscheidung sei allein von einem „unabhängigen“ Gremium getroffen worden. Nur: Warum bestätigt er dann in derselben Erklärung den Anruf des Präsidenten? Die UEFA reagierte ungewöhnlich scharf und warf der FIFA vor, eine rote Linie überschritten zu haben. Der belgische Verband sprach von einem Bruch der eigenen Regeln und scheiterte mit seinem Einspruch. Und im Europäischen Parlament kursiert inzwischen ein Brief, der eine Untersuchung gegen Infantino fordert. Eine Menschenrechtsorganisation hat zudem angekündigt, beim Internationalen Olympischen Komitee formell Beschwerde wegen eines möglichen Verstoßes gegen die politische Neutralität einzureichen. Ob man in der Szene nun einen echten Regelbruch sieht oder eine überzogene Aufregung um zwei Sportler, die ineinanderrannten – der eigentliche Punkt liegt woanders: Ein einziger mächtiger Anrufer konnte offenbar reichen, um mitten im laufenden Wettbewerb das Ergebnis zu verändern. Genau diese Verwundbarkeit ist es, die aufhorchen lassen sollte. Willkommen im Club: Brüssel tickt erstaunlich ähnlich. Wer jetzt denkt, so etwas könne nur im semiprivaten Kosmos eines Sportverbands passieren, sollte einen Blick nach Brüssel werfen. Die Parallelen sind verblüffend konkret. Als es um den größten Impfstoff-Deal der EU-Geschichte ging, verhandelte Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen laut Recherchen per SMS direkt mit dem Pfizer-Chef – ein Volumen von geschätzt 35 Milliarden Euro. Als eine Journalistin der „New York Times“ Einsicht in diese Nachrichten forderte, erklärte die Kommission schlicht, man besitze die Nachrichten nicht mehr. Im Mai 2025 hat das Gericht der Europäischen Union genau das für rechtswidrig erklärt: Die Kommission habe nicht plausibel erklären können, warum die Nachrichten nicht mehr auffindbar seien. Ein Urteil, das erstmals eine amtierende Kommissionspräsidentin direkt für ihren Umgang mit Transparenzpflichten verantwortlich gemacht hat. Folgen hatte das zunächst kaum: Die Kommission ließ die Berufungsfrist verstreichen, lieferte dann eine Erklärung, die Kritiker weiterhin als vage bezeichnen – und musste sich im Juni 2026 in derselben Sache bereits das nächste kritische Urteil gefallen lassen. Korruption, Vetternwirtschaft … Ob Budapest, Berlin, Brüssel, oder auch als Extrem die Ukraine: Es gibt Personengruppen, die scheinen unantastbar zu sein. Beim „Qatargate“ traf es hingegen keine kleinen Sachbearbeiter, sondern die Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments selbst: Bei Eva Kaili fanden Ermittler über 1,5 Millionen Euro in bar. Und schon 1999 musste die komplette EU-Kommission unter Jacques Santer wegen massiver Vetternwirtschaftsvorwürfe geschlossen zurücktreten. Der Bogen, der sich hier spannt, ist kein Zufall: Egal ob Weltfußballverband oder EU-Kommission – überall dort, wo eine Institution ihre eigenen Kontrollgremien selbst besetzt, verschwinden im Ernstfall auffällig oft Dinge, die unbequem werden könnten, oder man kann sich nicht mehr erinnern. Warum sich solche Institutionen so ungern selbst reformieren Die unbequeme Wahrheit ist: Wer im System sitzt, profitiert von dessen Regeln. Die FIFA sichert sich Mehrheiten, indem sie Fördergelder gezielt an kleinere, finanziell abhängige Verbände verteilt – die dann bei der nächsten Wahl treu abstimmen. In Brüssel funktioniert Konsensbildung oft nach ganz ähnlichem Muster: Blockiert ein Land, wird so lange über Agrarhilfen oder Ausnahmeregelungen verhandelt und bei Abgeordneten „lobbyiert“, bis die Zustimmung steht. Das ist nicht automatisch Korruption im strafrechtlichen Sinn. Ein gutes Stück davon ist ganz normale, sogar notwendige Interessenvertretung – kein Gesetz zu Künstlicher Intelligenz oder Düngemitteln entsteht sinnvoll, ohne dass Fachleute aus der Praxis gehört werden. Das Problem beginnt dort, wo Nähe zu Geld und Macht nicht mehr durch echte externe Kontrolle ausgeglichen wird. Genau diese Kontrolle fehlt der FIFA fast vollständig – ihre Ethikkommission wird vom eigenen Rat eingesetzt. Die EU hat mit der Europäischen Staatsanwaltschaft zumindest auf dem Papier eine unabhängige Instanz, die genau das leisten sollte. Der Blick auf die Praxis relativiert das allerdings deutlich: Die Behörde ermittelt bereits seit Jahren gegen Frau von der Leyen persönlich – wegen möglicher Einflussnahme, Löschung von Nachrichten und Interessenkonflikt –, ohne dass bislang Anklage erhoben wurde; Berichten zufolge kam es zwischenzeitlich sogar zu Kompetenzstreitigkeiten mit der beteiligten belgischen Justiz. Und während die Ermittlungen liefen, wurde von der Leyen 2024 trotzdem für eine zweite Amtszeit bestätigt und hat seither bereits zwei Misstrauensanträge im Europaparlament überstanden. Selbst eine auf dem Papier unabhängige Kontrollinstanz entfaltet offenbar wenig Wirkung, wenn am Ende die Mehrheiten trotzdem hinter der kontrollierten Person stehen – ein Befund, der eher zusätzliches als weniger Misstrauen rechtfertigt. Schaut man sich die Machtstrukturen, die Entfremdung von der Basis und die Kultur der Intransparenz an, sind die Parallelen in der FIFA und der EU in der Tat verblüffend. Beide Institutionen leiden unter dem, was Politikwissenschaftler ein „Demokratiedefizit“ nennen: Diejenigen, die am Ende die Zeche zahlen (Bürger bzw. Fans/Spieler), haben de facto kaum echten Einfluss auf die Führungsfigur an der Spitze. Das Resultat, ist das, was wir europaweit sehen: ein radikales Erstarken der politischen Ränder. Viele Wähler wählen diese Parteien nicht zwingend, weil sie deren Ideologie teilen, sondern weil sie diese als Vorschlaghammer begreifen. Sie wollen das System brechen, in der Hoffnung, dass die Karten danach neu gemischt werden. Europas verpasste Zukunft Diese strukturelle Schwäche der Politik hat einen handfesten wirtschaftlichen Preis – und genau hier wird es für Sie als Anleger interessant. Der frühere EZB-Chef Mario Draghi hat es der EU-Kommission in seinem viel beachteten Bericht ungeschminkt vorgerechnet: Europa erstickt zunehmend an der eigenen Regulierung. Der Vergleich macht den Unterschied sichtbar:
Iranische Frauen ohne Kopftuch Stimmung Frieden
von Mike Lehmann + AI 2. März 2026
Der Schlag gegen den Iran und die Lehren der Geschichte Der gemeinsame Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran, der am 28. Februar 2026 begann, markiert eine Zäsur in der globalen Geopolitik. Bei der „Operation Epic Fury“ wurden das operative Oberhaupt Ali Chamenei sowie Teile der militärischen Führung getötet. US-Präsident Trump rechtfertigte den Einsatz mit der notwendigen Zerstörung von Rake ten- und Atomkapazitäten sowie dem angestrebten Sturz des Regimes. Während iranische Quellen schwere Kollateralschäden an zivilen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern melden, reagieren die Märkte bisher moderat, aber deutlich: Gold stieg zeitweise über 5.400 USD, während die Aktienmärkte leichte Einbußen verzeichneten. Historischer Kontext: Die Schatten von 1953 Der Name „Operation Epic Fury“ – im Deutschen als „Epischer Zorn“ zu verstehen – scheint in der Wahl seiner Symbolik nicht zufällig. Er weckt Erinnerungen an vergangene Interventionen, allen voran den CIA-Coup von 1953. Damals organisierten die USA und Großbritannien den Sturz des demokratisch gewählten Premierministers Mohammad Mossadegh. Sein Vergehen aus westlicher Sicht: In den 1950er-Jahren wurde Iran wirtschaftlich von Großbritannien brutal ausgebeutet. Nur ein kleiner Teil der enormen Öleinnahmen verblieb im Land. Es herrschte Hunger und Armut. Mohammad Mossadegh strebte eine echte parlamentarische Demokratie ohne Monarchen an und wollte dazu die Ölindustrie zum Wohle des iranischen Volkes verstaatlichen. Der Regimewechsel wurde durch eine Mischung aus Propaganda, bezahlten Demonstranten, Bestechung und der Unterstützung bewaffneter Gruppen herbeigeführt – ein Vorgehen, das die CIA später in zahlreichen souveränen Staaten wiederholte und ihr auch in der Ukraine vorgeworfen wird. Die damalige „Operation Ajax“ führte zu Jahren der Diktatur unter dem Schah mit schweren Menschenrechtsverletzungen und nährte jene tiefen Anti-West-Ressentiments, die schließlich 1979 in der Islamischen Revolution mündeten. Die westliche Allianz verlor dadurch dauerhaft den direkten Zugriff auf iranisches Öl. Dieser Präzedenzfall verdeutlicht, wie externe Interventionen oft Demokratie untergraben, statt sie zu fördern, und legt nahe, dass wirtschaftliche Interessen häufig über den Menschenrechten stehen. Völkerrechtliche Einordnung: Ein Präventivschlag auf tönernen Füßen Völkerrechtlich betrachtet steht der Angriff der USA und Israels auf einer fragwürdigen Basis. Da zum Zeitpunkt des Angriffs keine unmittelbare Bedrohung nachgewiesen werden konnte und diplomatische Kanäle noch offenstanden, stellt die Operation einen Verstoß gegen das Gewaltverbot der UN-Charta dar. In diesem Kontext bewerten viele internationale Beobachter die iranischen Vergeltungsschläge auf US-Basen und israelisches Staatsgebiet als legitime Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta. Ein Umstand, den der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz negiert und sogar ins Gegenteil verkehrt, indem er ausschließlich die iranischen Raketen anprangert, anstatt den Aggressor mit Israel und den USA klar zu benennen. Westliche Medien fokussieren sich indessen primär auf Sachschäden in Metropolen wie Dubai oder gestrandete Touristen. Die zivilen Opfer im Iran – Studenten, Schüler und unschuldige Kinder oder zerstörte Krankenhäuser – finden in der Berichterstattung hingegen deutlich weniger Resonanz. Für eine moralisch konsistente Einordnung wäre jedoch eine zumindest gleichwertige mediale Sichtbarkeit aller Opfergruppen wünschenwert. Politische Motive: Innenpolitik als Treiber der Eskalation Hinter den offiziellen Sicherheitsargumenten vermuten Kritiker massive innenpolitische Eigeninteressen der agierenden Akteure: Donald Trump sieht sich in den USA mit wirtschaftlichem Abschwung, sinkenden Umfragewerten und juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Historisch betrachtet neigen US-Präsidenten in Kriegszeiten zu einem Popularitätsschub („Rally 'round the flag“), was den Verdacht einer politisch motivierten Ablenkung nährt. Ähnliches gilt für Benjamin Netanyahu. Der israelische Premierminister kämpft seit Jahren mit Korruptionsverfahren. Ein permanenter Sicherheitsnotstand stärkt seine Position, da nationale Einheit eingefordert wird und Opposition leicht als unpatriotisch gebrandmarkt werden kann. Ob diese Faktoren entscheidend waren, bleibt spekulativ, doch die zeitliche Übereinstimmung ist auffällig und wirft die Frage auf, ob persönliche Ambitionen über das Völkerrecht gestellt wurden. Das Muster gescheiterter Interventionspolitik Von der Invasion im Irak 2003 über Afghanistan bis zu Libyen zeigt die Geschichte: Militärische Gewalt schafft selten die versprochene Stabilität. Stattdessen entstehen oft Machtvakua, die von extremistischen Gruppen wie Al-Qaida oder dem IS dankend gefüllt werden. Bomben und Raketen exportieren keine Demokratie; sie schaffen meist nur Chaos. Das iranische Volk hat in den vergangenen Jahren durch mutige Proteste gezeigt, dass es nach Selbstbestimmung strebt – nach einer Zukunft ohne religiöse Unterdrückung, aber eben auch ohne westliche Marionettenregime. Jede militärische Einmischung von außen droht jedoch, genau jene autokratischen Kräfte im Inneren zu stärken, die man offiziell bekämpfen will, da sie sich nun als Verteidiger des Vaterlandes stilisieren können. Wirtschaftliche Folgen und die De-Dollarisierung Die Märkte reagieren auf solche Krisen mehrheitlich impulsiv – wenn auch meist nur auf kurze Dauer. Der Anstieg von Gold auf über 5.400 USD und die Zuwächse bei Silber sind klassische Reaktionen auf geopolitische Unsicherheit. Doch die langfristigen Risiken sind struktureller Natur: Mit einer Staatsverschuldung von über 38 Billionen Dollar geraten die USA zunehmend unter Druck. Die immensen Kosten neuer Kriege beschleunigen diesen Prozess. Parallel dazu forcieren die BRICS-Staaten die De-Dollarisierung. Bundesbank-Präsident Nagel warnte erst vor Kurzem, dass der Dollar durch die aktuelle US-Politik seinen Status als ultimativer „sicherer Hafen“ verlieren könnte. Krieg pusht Dollar kurzfristig, was über die langfristigen Probleme hinwegtäuscht. Der Ausfall der iranischen Ölkapazitäten von rund 3,1 Millionen Barrel pro Tag sowie Gefahren für Öltanker in der Straße von Hormus, der wichtigsten Wasserstraße der Welt, sorgen zudem für erhebliche Volatilität an den Energiemärkten. In einem solchen Umfeld ist Besonnenheit für Anleger oberstes Gebot. Kurzfristige Rallyes können ebenso schnell enden, wie sie begonnen haben. Den Einbruch bei Gold und Silber vor ein paar Wochen, dürften viele noch in Erinnerung haben. Wer jedoch langfristig denkt, könnte die aktuellen Verwerfungen an den Aktienmärkten für gezielte Zukäufe nutzen. -- 01.03.2026 | taz | Merz trotz Zweifeln loyal zu Trump 01.03.2026 | TRT | I ran bestätigt: Chamenei bei US-israelischen Angriffen getötet 26.01.2026 | gold.de | US-Staatsverschuldung 2025: Schuldenlawine außer Kontrolle 07.11.2024 | isw | De-Dollarisierung erklärtes Ziel auf BRICS-Gipfel 22.05.2025 | marktscreener | Bundesbank: Euro soll globale Rolle stärken, kann aber den Dollar nicht verdrängen 02.03.2026 | perplexity.ai | EZB-Mitglied Nagel: Dollar verliert Status als sicherer Hafen 19.03.2013 | Welt | CIA bekennt sich zu Militärputsch 1953 im Iran 01.03.2026 | ZDF heute Faktencheck | mindestens 85 tote Schülerinnen - Videomaterial von zerstörter Mädchenschule ist verifiziert
von Mike Lehmann 19. Februar 2026
In den vergangenen Jahren konnten Halter von Elektroautos beim Abschluss einer Vollkaskoversicherung oft von niedrigeren Prämien profitieren. Da belastbare Daten zum Schadensaufkommen anfangs fehlten, sicherten sich Versicherer mit attraktiven Tarifen Marktanteile in diesem wachsenden Segment. Aktuelle Schadensbilanzen zeigen jedoch, dass diese kalkulatorische Bevorzugung nicht länger haltbar ist. Zwar verursachen Elektroautos statistisch seltener Schäden, im Falle eines Unfalls fallen die Reparaturkosten jedoch im Durchschnitt deutlich höher aus als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor. Laut der Auswertung eines großen Vergleichsportals haben sich die Beiträge für Elektroautos mittlerweile dem Niveau der Verbrenner-Pendants angepasst. Bei fast der Hälfte aller untersuchten Vollkaskotarife liegen die Kosten für Stromer sogar bereits über denen vergleichbarer Verbrenner. Nur noch rund ein Drittel der Tarife für Elektrofahrzeuge ist derzeit günstiger. Beim verbleibenden Fünftel der Angebote gibt es keinen preislichen Unterschied mehr zwischen der elektrischen Variante und dem Modell mit Verbrennungsmotor. Einer der Hauptfaktoren ist die komplexe Batterie-Diagnostik. Nach einem Unfall müssen Hochvoltspeicher oft zeitaufwendig geprüft oder aus Sicherheitsgründen sogar präventiv ausgetauscht werden, auch wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen. Die Kosten für eine neue Batterie machen dabei oft einen erheblichen Teil des Fahrzeugwerts aus. Zudem erfordern Arbeiten an Elektrofahrzeugen speziell geschultes Personal mit Hochvolt-Qualifikation. Da bis jetzt nicht alle Werkstätten über diese Zertifizierungen verfügen, führen der geringere Wettbewerb und der höhere Spezialisierungsgrad zu deutlich höheren Stundensätzen im Vergleich zu Arbeiten an Verbrennungsmotoren. Ein weiterer Aspekt sind die strengen Sicherheitsauflagen bei der Reparatur. Verunfallte Stromer müssen oft in speziellen Quarantänebereichen oder Brandschutzcontainern gelagert werden, um das Risiko einer thermischen Reaktion der Batterie zu überwachen. Diese zusätzlichen Standzeiten und Sicherheitsmaßnahmen treiben die Gesamtkosten weiter in die Höhe. Zudem sind viele Bauteile bei Elektroautos stärker integriert. Sensoren und Assistenzsysteme befinden sich häufig in exponierten Bereichen wie den Stoßfängern. Da die Karosseriestrukturen zur Gewichtsoptimierung oft aus speziellen Materialmixen bestehen, ist eine Instandsetzung aufwendiger als bei herkömmlichem Stahlblech. Das Hauptrisiko für Fahrzeughalter besteht darin, dass bereits moderate Kollisionen aufgrund der hohen Batteriekosten schneller zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen können. Dies spiegelt sich langfristig in steigenden Typklassen und damit in höheren Versicherungsprämien wider. -- Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) / Allianz Zentrum für Technik (AZT).
Graham & Dodd Security Analysis Buch neben einem Crypto-Crash-Chart
von Mike Lehmann + AI 17. Februar 2026
Ein Klassiker trifft auf volatile Märkte Bevor wir uns den aktuellen Turbulenzen an den Kryptomärkten widmen, lohnt ein Blick zurück ins Jahr 1934. Inmitten der Großen Depression veröffentlichten Benjamin Graham und David Dodd ihr monumentales Werk „Security Analysis“ – ein Buch, das bis heute als die „Bibel“ des werteorientierten Investierens gilt und das Fundament für eine rationale, zahlenbasierte Bewertung von Wertpapieren legte. In einer Zeit, in der Kryptowährungen wie Bitcoin seit ihrem Allzeithoch von rund 126.000 US-Dollar (Oktober/November 2025) auf unter 70.000 Dollar abgestürzt sind – ein Rückgang von fast 40 Prozent –, ist ihr Regelwerk aktueller denn je. Es hilft uns, die Grenze zwischen einer Kapitalanlage/einem Investment und einer Spekulation zu ziehen. Wer waren Graham und Dodd? Benjamin Graham gilt als Vater des wertorientierten Investierens. Zusammen mit seinem Kollegen David Dodd lehrte er an der Columbia University und entwickelte eine Methodik, die das spekulative Fieber der Märkte durch nüchterne Zahlenanalyse ersetzen sollte. Das Ergebnis war „Security Analysis“ (1934), ein Werk, das Warren Buffett später als sein wichtigstes Buch über Investitionen bezeichnen sollte. Graham und Dodd definierten ein Investment über drei strikte Kriterien: erstens eine gründliche Analyse, zweitens die Sicherheit des eingesetzten Kapitals und drittens eine angemessene Rendite. Alles, was diesen drei Kriterien nicht standhielt, nannten sie schlicht Spekulation. Diese Unterscheidung ist das Herzstück ihres Werkes – und der Maßstab, an dem wir Kryptowährungen messen wollen. Die drei Säulen des Investierens – und die Krypto-Realität 1. Die gründliche Analyse Laut Graham muss ein Investor die Bilanz, die Erträge und die Wettbewerbsposition eines Unternehmens prüfen. Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV), das Kurs-Buch-Verhältnis (KBV) oder der Return on Invested Capital (ROIC) bilden dabei die Grundlage jeder Entscheidung. Da Kryptowährungen jedoch keine Cashflows, also realen Geldfluss in einer Buchhaltung z. B. nach dem Verkauf eines Produktes, generieren, keine Dividenden zahlen und keine materiellen Vermögenswerte besitzen, fehlt die Grundlage für eine fundamentale Bewertung. Ein innerer Wert (intrinsic value) lässt sich mathematisch nicht seriös ermitteln. Namhafte Kritiker wie Nassim Nicholas Taleb , Autor von „Der schwarze Schwan“, geben an, dass der wahre innere Wert von Bitcoin exakt null sei. 2. Die Sicherheit des Kapitals Das primäre Ziel einer Investition nach Graham ist der Schutz vor einem dauerhaften Kapitalverlust. Sein zentrales Konzept, die „Sicherheitsmarge“ (Margin of Safety), dient dazu, sich gegen Fehleinschätzungen abzusichern. Bei Kryptowährungen – wo Bitcoin allein von 126.000 auf unter 70.000 Dollar gefallen ist und Ethereum (ETH) im Februar 2026 Einbrüche von über 40 % verzeichnete – ist eine solche Sicherheitsmarge unberechenbar. Der Preis wird fast ausschließlich von Marktpsychologie bestimmt. 3. Die angemessene Rendite Während ein Investor eine Rendite aus den erwirtschafteten Gewinnen eines Unternehmens erwartet, hofft der Krypto-Anleger meist darauf, dass ein anderer Käufer später mehr bezahlt. Dieses Phänomen nennt sich „Greater Fool Theory“. Nach der Definition von Graham und Dodd ordnet dieses Merkmal Kryptowährungen eindeutig dem Bereich der Spekulation zu. Risiken im aktuellen Marktumfeld (Februar 2026) Wer Krypto-Assets trotz der Kursstürze hält oder zukauft, sollte sich der spezifischen Risiken bewusst sein, die Graham und Dodd als spekulativ einordnen würden: Fehlender innerer Wert: Es gibt keinen Ankerpreis, der den Kurs bei Panikverkäufen nach unten absichert. Extreme Volatilität: Einbrüche von 40 Prozent sind in regulierten Märkten oft Zeichen eines Zusammenbruchs – im Krypto-Bereich gelten sie als systemimmanent, also systembedingt logisch. Abhängigkeit von Marktpsychologie: Da fundamentale Daten fehlen, wird der Preis fast ausschließlich durch Angst und Gier bestimmt. Expertenwarnungen: Analysten wie Tom Lee prognostizieren für Q1 2026 weitere Rücksetzer von 10–15 Prozent, bedingt durch Gewinnmitnahmen und geldpolitische Unsicherheiten. Fazit: Spekulation muss als solche benannt werden Für Anleger bedeutet diese Analyse nicht zwingend, dass Kryptowährungen wertlos sind. Insbesondere die mit Vermögenswerten gedeckten Coins, die in der echten Welt bei Treuhändern verwaltet werden – die Stablecoins. Für den Rest des circa vier Billionen US-Dollar großen Marktes müssen die Kryptos als das benannt werden, was sie sind: hochriskante Spekulationsobjekte. Wer sie dennoch in sein Portfolio aufnimmt, sollte dies im vollen Bewusstsein tun, dass er sich außerhalb des geschützten Rahmens einer wertorientierten Anlage nach Graham und Dodd bewegt. Die Botschaft der „Security Analysis“ ist dabei zeitlos: Substanz schützt. Wer auf Substanz verzichtet, spekuliert – egal ob im Jahr 1934 oder 2026. -- Quellenangaben: 06.02.2026 | SRF | Bitcoin halbiert – warum stürzt der Kurs ab? 13.02.2026 | Wall Street Online | Panik am Krypto-Markt: Rekordtief im Angst-Index 15.02.2026 | Wall Street Online | Bitcoin unter Druck: 55.000 fair – Absturz bis 35.000 möglich 27.07.2026 | Newsblog | Krypto-Investments Basics – Chancen und Risiken, diskutiere Zukunftsperspektiven und ein ehrliches Fazit Benjamin Graham & David Dodd: „ Security Analysis “, 7. Auflage (2023), McGraw Hill. ISBN: 978-1-264-93240-5
Konzeptgrafik: USA-Indien ‚18 % TARIF DEAL‘ Handschlag vor venezolanischen Ölfeldern
von Mike Lehmann +AI 3. Februar 2026
Gestern, am 2. Februar 2026, haben Indien und die USA die globale Handelsarchitektur neu gezeichnet. In einem historischen Telefonat zwischen Premierminister Narendra Modi und US-Präsident Donald Trump wurde ein Abkommen besiegelt, das jahrelange Spannungen beendet und Indien als bevorzugten strategischen Partner des Westens zementiert. Der Kern des Deals: Zölle runter, Absatz rauf Das Abkommen sieht eine drastische Senkung der US-Einfuhrzölle auf indische Waren von zuvor bis zu 50 % auf einen Präferenzsatz von 18 % vor. Im Gegenzug verpflichtet sich Indien, US-Produkte im Wert von über 500 Milliarden USD (Energie, Agrar, Technologie) zu kaufen und indische Handelsbarrieren für US-Güter auf Null zu senken. Die Energiewende: Abschied von Russland, Fokus auf Venezuela Die wohl brisanteste Bedingung des Deals ist Indiens Zusage, den Import von russischem Rohöl einzustellen. Als technischer Ersatz rückt venezolanisches Öl in den Mittelpunkt. Was als politischer Schlag gegen Russland zur Erzwingung des Friedens in der Ukraine verkauft wird, entpuppt sich bei näherer Betrachtung als purer US-Imperialismus. Da müssen wir uns nichts vormachen. Die USA haben Anfang Januar 2026 bei ihrem völkerrechtswidrigen Angriff die Kontrolle über venezolanische Ölressourcen übernommen. Die erlassene General License 46 regelt, dass faktisch Trump entscheidet, welche US-Firmen das Öl in Venezuela fördern dürfen und wer es kaufen darf. Der Verkaufserlös geht dabei auf US-Konten, und Trump entscheidet, von welchen handverlesenen US-Firmen Venezuela anschließend Produkte und Dienstleistungen kaufen darf. Ein erster großer Abnehmer dieses Öls wurde nun mit Indien gefunden. Da indische Raffinerien auf schwere Sorten (wie russisches Öl oder die venezolanische Sorte „Merey“) eingestellt sind, ist dies technisch logisch, um die Versorgung ohne jahrelange technische Umbauten zu sichern. Da das Öl aus Venezuela preiswert bezogen werden kann, dürfte am Ende auch der Preis überzeugt haben. Denn Präsident Modi weiß, dass es großes Wachstum für sein Land nur mit günstiger Energie geben kann. Herausforderungen: Logistik und Technik unter Zeitdruck Trotz der Euphorie warnen Experten, darunter die Ratingagentur Moody’s , vor einem zu abrupten Wechsel. Ein sofortiger Stopp russischer Lieferungen birgt Risiken: Versorgungsengpässe: Da Öllieferungen Monate im Voraus gebucht werden, könnte ein plötzlicher Cut die Logistikkette zerreißen und kurzfristig zu lokalen Engpässen führen. Technische Hürden: Raffinerien benötigen eine Übergangsphase, um die technischen Mischverhältnisse auf venezolanisches Öl präzise abzustimmen. Wirtschaftsbremse: Moody’s warnt, dass ein unvorbereiteter Wechsel das BIP-Wachstum durch steigende Energiekosten und Inflation vorübergehend drosseln könnte. Die Profiteure: Welche Branchen jetzt den Aktienmarkt anführen Für Anleger eröffnet dieser Pakt eine neue Ära. Indien genießt nun einen massiven Wettbewerbsvorteil gegenüber Rivalen wie China (34 % US-Zoll), Pakistan (19 %) oder Bangladesch (20 %). Textilien & Schmuck: Mit nur 18 % Zoll wird Indien zum günstigsten Anbieter für den US-Einzelhandel. Dies verspricht volle Auftragsbücher und steigende Margen für indische Exportgrößen. Pharmazeutika: Als „Apotheke der Welt“ profitiert Indien von sinkenden Exportkosten für Generika. Der US-Markt wird für indische Pharma-Werte profitabler denn je. Technologie & Verteidigung: Der Zugang zu US-Know-how und die Abkehr von russischer Militärtechnik leiten ein Re-Rating indischer Tech- und Rüstungswerte ein. Fazit für den Aktienmarkt Die Märkte haben bereits reagiert: Der Sensex verzeichnete unmittelbar nach Bekanntgabe eine Rekordrallye von über 4.200 Punkten. Das gestärkte Vertrauen sorgt zudem für einen Rückstrom von ausländischem Kapital (FIIs) und eine Stabilisierung der Rupie. Indien tauscht billiges russisches Öl gegen preiswertes aus Venezuela und einen privilegierten Zugang zum kaufkräftigsten Markt der Welt ein – ein strategischer Geniestreich für das langfristige Wirtschaftswachstum. Innerhalb der letzten zwölf Monate hat Indien jetzt fünf bedeutende Handelsabkommen mit Großbritannien, der EU (sofern es Monate später in Kraft tritt) , Oman, Neuseeland und den USA unterzeichnet und damit seine Handelsdiplomatie deutlich intensiviert. Diese gezielten Partnerschaften sollen Exporte ankurbeln, Investitionen anziehen und Lieferketten sichern, indem sie Indien mit wichtigen globalen Märkten verbinden und seine Wirtschaftsbeziehungen diversifizieren. Indien unter Modi ist ein Meister darin, zu diversifizieren und Abhängigkeiten zu vermeiden. So wird es wahrscheinlich weiterhin Öl aus Russland beziehen und am Ende auch beziehen müssen, was bei der Sprunghaftigkeit und der Willkür, wie Trump mit Zöllen umgeht, sicherlich nicht verkehrt ist. -- Quellenangaben: 02.02.2026 | Tagesschau | Trump verkündet Handelspakt mit Indien 27.01.2026 | Tagesschau | EU und Indien einigen sich auf Freihandelsabkommen 29.01.2026 | US-Finanzministerium | Venezuela-Deal & General License 46 03.02.2026 | Times of India | Neu-Delhi habe nicht angekündigt, die Ölkäufe einzustellen | Übergangsphase notwendig
von Mike Lehmann 26. Januar 2026
Ergänzende Marktanalyse Nachdem ich bereits im Dezember unter dem Titel „Marktausblick 2026+ | Navigation in volatilen Zeiten“ meine persönliche Sicht auf 2026 – das Jahr der Weichenstellung – präsentiert habe, freue ich mich, Ihnen heute als Ergänzung die detaillierte Jahresanalyse des mich unterstützenden Investmentteams der Fonds Finanz zur Verfügung zu stellen. Während das Jahr 2025 durch politische Entscheidungen und starke Bewegungen bei Edelmetallen geprägt war, richtet sich der Blick nun auf die strukturellen Veränderungen der kommenden zwölf Monate. Die vorliegende Analyse beleuchtet, wie die fortschreitende Implementierung Künstlicher Intelligenz die globale Produktivität beeinflussen könnte und warum regionale Unterschiede beim Wirtschaftswachstum 2026 eine entscheidende Rolle spielen. Erfahren Sie zudem, weshalb Aktien trotz hoher Bewertungen der US-Märkte in vielen Regionen weiterhin als fair bewertet gelten und welche Funktion Anleihen im aktuellen Zinsumfeld übernehmen sollten. Trotz optimistischer Signale weist das Team auch auf signifikante Risiken hin. Die steigende US-Staatsverschuldung, potenzielle geopolitische Spannungen in Asien und Südamerika sowie die Gefahr einer Überbewertung im Technologiesektor erfordern weiterhin eine wachsame und selektive Strategie. Die Welt verändert sich rasant. Deutschland, einst Vorreiter mit großem Erfindergeist, verliert weitestgehend seine wirtschaftliche Basis. Die deutsche Binnenwirtschaft ohne günstige Energie ist wie ein Auto ohne Benzin. Eine gesunde Marktwirtschaft wurde der Ideologie geopfert. Die aktuelle Politik der USA wirkt dabei wie ein Brandbeschleuniger. Das Mercosur-Abkommen sollte der große rettende Anker sein. Nicht zuletzt auf Druck der deutschen Autolobby wollte die EU-Kommission erneut gegen das EU-Parlament Fakten schaffen. Von den Linken über die Grünen bis zu den rechtskonservativen Parteien setzten die EU-Vertreter ein geschlossenes Zeichen – vor allem gegen Deutschland. Dabei dürfte der Zug für die deutsche Autoindustrie in Lateinamerika ohnehin längst abgefahren sein. Chinesische Automobilhersteller haben bereits mehrere Produktionsstandorte errichtet und befinden sich in fortgeschrittenen Phasen der Inbetriebnahme. Sie bieten Technik, die jener deutscher Hersteller oft überlegen und zudem kostengünstiger ist, während sie gleichzeitig Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Das am 17. Januar 2026 in Asunción unterzeichnete Freihandelsabkommen zwischen der EU und den Mercosur-Staaten (Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay) sieht den schrittweisen Abbau von Zöllen für Industrieprodukte vor. Dies schließt auch in Lateinamerika gebaute Automobile ein. Ein besseres Programm für den Abbau von Industriearbeitsplätzen in der deutschen Automobilindustrie gibt es gar nicht. Das Jahr 2026 ist gerade drei Wochen alt und schon so ereignisreich. »Investmentnews – Kapitalmarkt-Ausblick 01/2026« Ich wünsche Ihnen viel Freude und neue Erkenntnisse beim Lesen. -- Quellenangaben: 26.01.2026 | Perplexity | Lage zum Mercosurabkommen 06.01.2026 | Newsblog | Warum Energie über die Zukunft entscheidet 13.12.2026 | Newsblog | Marktausblick 2026+ | Navigation in volatilen Zeiten
Eine Collage aus drei horizontalen Abschnitten zeigt verschiedene Aspekte von Energie und Industrie.
von Mike Lehmann + AI 6. Januar 2026
Die ersten Tage des Jahres waren ereignisreich. Die Geschehnisse sind eindrucksvoll, erschreckend und lehrreich zugleich. Im April letzten Jahres schrieb ich einen Artikel, warum sich unser Stromverbrauch verdreifachen wird – und wie Sie in Ihrem Depot davon profitieren können. Der Beitrag von heute ordnet die Geschehnisse, nimmt Bezug und macht die Entwicklungen greifbar. Was haben ein Staudamm in der Wüste Nevadas und ein gigantisches Betonmonster am chinesischen Jangtsekiang gemeinsam? Auf den ersten Blick wenig – und doch erzählen beide die gleiche Geschichte darüber, wie Energie über Aufstieg und Fall ganzer Nationen entscheidet. Als Beton die Zukunft baute: Der Hoover Dam Es war die große Depression in der Weltwirtschaftskrise. 1931 begannen Tausende Arbeiter im Black Canyon des Colorado River mit einem Projekt, das die USA verändern sollte. Der Hoover Dam – 221 Meter hoch, so groß wie ein Bürotower mit 55 Stockwerken. Aufragend zwischen Nevada und Arizona, war dieser jedoch mehr als nur ein Staudamm. Er war der Schlüssel zur Erschließung des amerikanischen Südwestens. Die Zahlen sprechen für sich: 2.080 Megawatt Leistung. Das klingt heute vielleicht nicht mehr nach viel, aber damals war es revolutionär. Denn es ging nicht nur um die schiere Menge an Strom, sondern um dessen strategische Verteilung. 56 Prozent der Energie flossen nach Südkalifornien, 25 Prozent nach Nevada, 19 Prozent nach Arizona. Und damit begann etwas Entscheidendes. Im Zweiten Weltkrieg lieferte der Damm den enormen Strombedarf für die Basic Magnesium Fabrik in Henderson, Nevada. Diese eine Anlage produzierte 25 Prozent des gesamten US-Magnesiums – unverzichtbar für Flugzeuge und Munition. Ohne den Hoover Dam hätten die Flugzeugfabriken in Los Angeles stillgestanden. Las Vegas, heute die Glitzermetropole der Wüste, wäre ohne die sichere Wasser- und Stromversorgung durch den Damm nie über ein verschlafenes Wüstennest hinausgekommen. Und Südkalifornien? Die Region wuchs von 500.000 Einwohnern zur Megaregion – alles ermöglicht durch billige, zuverlässige Energie. Die Einnahmen aus dem Stromverkauf decken bis heute alle Wartungs- und Betriebskosten. Der Damm hat sich selbst refinanziert. Das ist das Erfolgsrezept: Einmal richtig investiert, zahlt sich Energie-Infrastruktur ein Leben lang aus. Chinas Sprung nach vorn: Der Drei-Schluchten-Damm Was die USA in den 1930ern vorgemacht hatten, perfektionierte China sieben Jahrzehnte später. Der Drei-Schluchten-Damm am Jangtsekiang ist nicht nur größer als der Hoover Dam – er ist mehr als zehnmal so leistungsstark. 22.500 Megawatt installierte Leistung machen ihn zum Kraftwerk der Superlative. Die Fertigstellung 2008 markierte Chinas endgültigen Aufstieg zur Industrienation. Über 100 Terawattstunden pro Jahr erzeugen die 32 Hauptgeneratoren. Das entspricht der Energie von 30 bis 50 Millionen Tonnen Kohle. Damit spart China jährlich etwa 100 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen ein. Aber noch wichtiger: Der Strom fließt direkt in die wirtschaftlichen Zentren im Osten und Süden – nach Shanghai, nach Guangdong. Dort, wo Chinas Exportmaschine läuft. Doch der Damm brachte noch etwas anderes: Er machte den Jangtsekiang für Hochseeschiffe bis weit ins Landesinnere schiffbar. Dadurch konnte Chongqing, eine Stadt, die früher kaum jemand kannte, zur Megacity mit über 30 Millionen Einwohnern aufsteigen. Ein globales Industriezentrum mitten im chinesischen Hinterland – nur möglich durch den Damm. Die Transportkosten sanken um 30 bis 35 Prozent, die Frachtkapazität des Flusses verzehnfachte sich. Hier zeigt sich das Muster deutlich: Energie schafft Wachstum. Beide Dämme – in Amerika und China – haben ganze Regionen erst wirtschaftlich erschlossen. Ohne sie wären Las Vegas und Chongqing heute unbedeutende Orte. Mit ihnen wurden sie zu Motoren des Wirtschaftswachstums einer ganzen Nation. Venezuelas Fluch: Zu viel Öl, zu wenig Zukunft
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