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Kostenausgleich bei der Vollkasko: Elektroautos verlieren ihren Preisvorteil

In den vergangenen Jahren konnten Halter von Elektroautos beim Abschluss einer Vollkaskoversicherung oft von niedrigeren Prämien profitieren. Da belastbare Daten zum Schadensaufkommen anfangs fehlten, sicherten sich Versicherer mit attraktiven Tarifen Marktanteile in diesem wachsenden Segment.
Aktuelle Schadensbilanzen zeigen jedoch, dass diese kalkulatorische Bevorzugung nicht länger haltbar ist. Zwar verursachen Elektroautos statistisch seltener Schäden, im Falle eines Unfalls fallen die Reparaturkosten jedoch im Durchschnitt deutlich höher aus als bei Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor.
Laut der Auswertung eines großen Vergleichsportals haben sich die Beiträge für Elektroautos mittlerweile dem Niveau der Verbrenner-Pendants angepasst. Bei fast der Hälfte aller untersuchten Vollkaskotarife liegen die Kosten für Stromer sogar bereits über denen vergleichbarer Verbrenner.
Nur noch rund ein Drittel der Tarife für Elektrofahrzeuge ist derzeit günstiger. Beim verbleibenden Fünftel der Angebote gibt es keinen preislichen Unterschied mehr zwischen der elektrischen Variante und dem Modell mit Verbrennungsmotor.
Einer der Hauptfaktoren ist die komplexe Batterie-Diagnostik. Nach einem Unfall müssen Hochvoltspeicher oft zeitaufwendig geprüft oder aus Sicherheitsgründen sogar präventiv ausgetauscht werden, auch wenn keine sichtbaren Schäden vorliegen. Die Kosten für eine neue Batterie machen dabei oft einen erheblichen Teil des Fahrzeugwerts aus.
Zudem erfordern Arbeiten an Elektrofahrzeugen speziell geschultes Personal mit Hochvolt-Qualifikation. Da bis jetzt nicht alle Werkstätten über diese Zertifizierungen verfügen, führen der geringere Wettbewerb und der höhere Spezialisierungsgrad zu deutlich höheren Stundensätzen im Vergleich zu Arbeiten an Verbrennungsmotoren.
Ein weiterer Aspekt sind die strengen Sicherheitsauflagen bei der Reparatur. Verunfallte Stromer müssen oft in speziellen Quarantänebereichen oder Brandschutzcontainern gelagert werden, um das Risiko einer thermischen Reaktion der Batterie zu überwachen. Diese zusätzlichen Standzeiten und Sicherheitsmaßnahmen treiben die Gesamtkosten weiter in die Höhe.
Zudem sind viele Bauteile bei Elektroautos stärker integriert. Sensoren und Assistenzsysteme befinden sich häufig in exponierten Bereichen wie den Stoßfängern. Da die Karosseriestrukturen zur Gewichtsoptimierung oft aus speziellen Materialmixen bestehen, ist eine Instandsetzung aufwendiger als bei herkömmlichem Stahlblech.
Das Hauptrisiko für Fahrzeughalter besteht darin, dass bereits moderate Kollisionen aufgrund der hohen Batteriekosten schneller zu einem wirtschaftlichen Totalschaden führen können. Dies spiegelt sich langfristig in steigenden Typklassen und damit in höheren Versicherungsprämien wider.
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Quelle: Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) / Allianz Zentrum für Technik (AZT).
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