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Epischer Zorn auf den Iran

Der Schlag gegen den Iran und die Lehren der Geschichte
Der gemeinsame Militärschlag der USA und Israels gegen den Iran, der am 28. Februar 2026 begann, markiert eine Zäsur in der globalen Geopolitik. Bei der „Operation Epic Fury“ wurden das operative Oberhaupt Ali Chamenei sowie Teile der militärischen Führung getötet. US-Präsident Trump rechtfertigte den Einsatz mit der notwendigen Zerstörung von Raketen- und Atomkapazitäten sowie dem angestrebten Sturz des Regimes. Während iranische Quellen schwere Kollateralschäden an zivilen Einrichtungen wie Schulen und Krankenhäusern melden, reagieren die Märkte bisher moderat, aber deutlich: Gold stieg zeitweise über 5.400 USD, während die Aktienmärkte leichte Einbußen verzeichneten.
Historischer Kontext: Die Schatten von 1953
Der Name „Operation Epic Fury“ – im Deutschen als „Epischer Zorn“ zu verstehen – scheint in der Wahl seiner Symbolik nicht zufällig. Er weckt Erinnerungen an vergangene Interventionen, allen voran den CIA-Coup von 1953. Damals organisierten die USA und Großbritannien den Sturz des demokratisch gewählten Premierministers Mohammad Mossadegh. Sein Vergehen aus westlicher Sicht: In den 1950er-Jahre wurde Iran wirtschaftlich von Großbritannien brutal ausgebeutet. Nur ein kleiner Teil der enormen Öleinnahmen verblieb im Land. Es herrschte Hunger und Armut. Mohammad Mossadegh strebte eine echte parlamenterische Demokratie ohne Monarchen an und wollte dazu die Ölindustrie zum Wohle des iranischen Volkes verstaatlichen.
Der Regimewechsel wurde durch eine Mischung aus Propaganda, bezahlten Demonstranten, Bestechung und der Unterstützung bewaffneter Gruppen herbeigeführt – ein Vorgehen, das die CIA später in zahlreichen souveränen Staaten wiederholte und ihr auch in der Ukraine vorgeworfen wird.
Die damalige „Operation Ajax“ führte zu Jahren der Diktatur unter dem Schah mit schweren Menschenrechtsverletzungen und nährte jene tiefen Anti-West-Ressentiments, die schließlich 1979 in der Islamischen Revolution mündeten. Die westliche Allianz verlor dadurch dauerhaft den direkten Zugriff auf iranisches Öl. Dieser Präzedenzfall verdeutlicht, wie externe Interventionen oft Demokratie untergraben, statt sie zu fördern, und legt nahe, dass wirtschaftliche Interessen häufig über der Menschenrechte stehen.
Völkerrechtliche Einordnung: Ein Präventivschlag auf tönernen Füßen
Völkerrechtlich betrachtet steht der Angriff der USA und Israels auf einer fragwürdigen Basis. Da zum Zeitpunkt des Angriffs keine unmittelbare Bedrohung nachgewiesen werden konnte und diplomatische Kanäle noch offenstanden, stellt die Operation einen Verstoß gegen das Gewaltverbot der UN-Charta dar. In diesem Kontext bewerten viele internationale Beobachter die iranischen Vergeltungsschläge auf US-Basen und israelisches Staatsgebiet als legitime Selbstverteidigung gemäß Artikel 51 der UN-Charta.
Ein Umstand, den der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz negiert und sogar ins Gegenteil verkehrt, in dem er ausschließlich die iranischen Raketen anprangert, anstatt den Aggressor mit Israel und der USA klar zu benennen.
Westliche Medien fokussieren sich indessen primär auf Sachschäden in Metropolen wie Dubai oder gestrandete Touristen. Die zivilen Opfer im Iran – Studenten, Schüler und unschuldige Kinder oder zertörte Krankenhäuser – finden in der Berichterstattung hingegen deutlich weniger Resonanz. Für eine moralisch konsistente Einordnung wäre jedoch eine zumindest gleichwertige mediale Sichtbarkeit aller Opfergruppen wünschenwert.
Politische Motive: Innenpolitik als Treiber der Eskalation
Hinter den offiziellen Sicherheitsargumenten vermuten Kritiker massive innenpolitische Eigeninteressen der agierenden Akteure: Donald Trump sieht sich in den USA mit wirtschaftlichem Abschwung, sinkenden Umfragewerten und juristischen Auseinandersetzungen konfrontiert. Historisch betrachtet neigen US-Präsidenten in Kriegszeiten zu einem Popularitätsschub („Rally 'round the flag“), was den Verdacht einer politisch motivierten Ablenkung nährt.
Ähnliches gilt für Benjamin Netanyahu. Der israelische Premierminister kämpft seit Jahren mit Korruptionsverfahren. Ein permanenter Sicherheitsnotstand stärkt seine Position, da nationale Einheit eingefordert wird und Opposition leicht als unpatriotisch gebrandmarkt werden kann.
Ob diese Faktoren entscheidend waren, bleibt spekulativ, doch die zeitliche Übereinstimmung ist auffällig und wirft die Frage auf, ob persönliche Ambitionen über das Völkerrecht gestellt wurden.
Das Muster gescheiterter Interventionspolitik
Von der Invasion im Irak 2003 über Afghanistan bis hin zu Libyen zeigt die Geschichte: Militärische Gewalt schafft selten die versprochene Stabilität. Stattdessen entstehen oft Machtvakua, die von extremistischen Gruppen wie Al-Qaida oder dem IS dankend gefüllt werden. Bomben und Raketen exportieren keine Demokratie; sie schaffen meist nur Chaos.
Das iranische Volk hat in den letzten Jahren durch mutige Proteste gezeigt, dass es nach Selbstbestimmung strebt – nach einer Zukunft ohne religiöse Unterdrückung, aber eben auch ohne westliche Marionettenregime. Jede militärische Einmischung von außen droht jedoch, genau jene autokratischen Kräfte im Inneren zu stärken, die man offiziell bekämpfen will, da sie sich nun als Verteidiger des Vaterlandes stilisieren können.
Wirtschaftliche Folgen und die De-Dollarisierung
Die Märkte reagieren auf solche Krisen meist impulsiv - wenn auch meist nur auf kurze Dauer. Der Anstieg von Gold auf über 5.400 USD und die Zuwächse bei Silber sind klassische Reaktionen auf geopolitische Unsicherheit. Doch die langfristigen Risiken sind struktureller Natur: Mit einer Staatsverschuldung von über 38 Billionen Dollar geraten die USA zunehmend unter Druck. Die immensen Kosten neuer Kriege beschleunigen diesen Prozess.
Parallel dazu forcieren die BRICS-Staaten die De-Dollarisierung. Bundesbank-Präsident Nagel warnte erst vor kurzem, dass der Dollar durch die aktuelle US-Politik seinen Status als ultimativer „Sicherer Hafen“ verlieren könnte. Krieg pusht Dollar kurzfristig, was über das langfristige Probleme hinwegtäuscht.
Der Ausfall der iranischen Ölkapazitäten von rund 3,1 Millionen Barrel pro Tag sowie Gefahren für Öltanker in der Straße von Hormus, der wichtigsten Wasserstraßen der Welt, sorgt zudem für erhebliche Volatilität an den Energiemärkten. In einem solchen Umfeld ist Besonnenheit für Anleger oberstes Gebot.
Kurzfristige Rallyes können ebenso schnell enden, wie sie begonnen haben. Den Einbruch bei Gold und Silber vor ein paar Wochen, dürften viele noch in Erinnerung haben.
Wer jedoch langfristig denkt, könnte die aktuellen Verwerfungen an den Aktienmärkten für gezielte Zukäufe nutzen.
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